Betriebsbesichtigungen
Druckhausbesichtigung beim Gießener Anzeiger
Höhere Handelsschüler an Zeitungsprojekt beteiligt
Hinter den Kulissen des Gießener Anzeigers
Große Hallen, geräuschvoller Betrieb. Viele qualifizierte Mitarbeiter arbeiten tagtäglich daran, dass wir unsere Zeitungen morgens pünktlich um 6 Uhr im Briefkasten haben. Für die Tageszeitung der Gießener Anzeiger-Gruppe sind an insgesamt 300 Tagen jährlich rund 850 Zusteller tätig, von denen jeder ca. vier Tonnen Zeitungen pro Jahr austrägt. Der Gießener Anzeiger ist die viertälteste noch existierende Zeitung in Deutschland und steht damit an Platz 15 weltweit. Der Gießener Anzeiger wird mit drei weiteren Tageszeitungen, dem Kreis Anzeiger, dem Gelnhäuser Tageblatt und dem Usinger Anzeiger, produziert. Täglich verlassen 24 Millionen Exemplare die deutschen Druckmaschinen der Firma MAN. Dies und vieles mehr wurde uns bei einer Druckhausbesichtigung des Gießener Anzeigers nähergebracht.
Wir, Schülerinnen und Schüler der Höheren Handelsschule, haben die Chance bekommen, einmal hinter die Kulissen zu schauen und einen Einblick in die Entstehung und Produktion einer Tageszeitung zu bekommen. Wir wurden von sehr freundlichen und engagierten Mitarbeiterinnen durch das Unternehmen geführt und erfuhren so interessante Details über die Arbeit rund um den Gießener Anzeiger.
Da wären zunächst die redaktionellen Aufgaben zu nennen. Ein Redakteur des Anzeigers, Jochen Lambertz, machte anschaulich, wie welche Informationen in die Zeitung gelangen. Informationen für die überregionalen Seiten erhält die Redaktion überwiegend von der „Deutschen Presseagentur“ (dpa). Es gehen 800 bis 1000 Agenturmeldungen tagtäglich ein. Darüber hinaus arbeitet der Gießener Anzeiger mit Korrespondenten aus Berlin, Frankfurt, London, Paris und Washington zusammen und hat mehr als 800 freie Mitarbeiter in der Region. Nicht nur die Themenauswahl, die Recherche und das Schreiben fallen in den Zuständigkeitsbereich der Redaktion, sondern auch das Bauen der Zeitungsseiten bis zum fertigen Layout mit speziellen Computerprogrammen. Auch dieser Teil der journalistischen Tätigkeit wurde uns vorgeführt.
Die Finanzierung der Zeitungsproduktion war ein weiteres interessantes Thema. Ohne Werbung könnte sich keine Tageszeitung oder Zeitschrift am Markt behaupten. Zwei Drittel der Gesamtkosten für Herstellung und Vertrieb müssen über Anzeigen gedeckt werden.
Nach einem Gang durch die Räume der Redaktion ging es in die Produktion: Der Gießener Anzeiger nutzt ein „Rollenoffsetverfahren“, wobei zu druckende Artikel zuerst auf sogenannte Druckplatten gelasert und danach auf Gummimatten abgedruckt werden, ansonsten würden Schrift und Bilder spiegelverkehrt in der Zeitung erscheinen. Haben Sie gewusst, dass allein beim Anzeiger über 5500 Tonnen Papier jährlich verarbeitet werden? Das Gewicht einer Zeitungsrolle liegt bei unglaublichen 500 bis 1300 kg und sie hat eine durchschnittliche Lauflänge von 20 km. Für die Ausgabe des Gießener Anzeigers werden täglich zwischen vier und zwölf Rollen dieses Altpapiers benötigt.
Es war ein sehr spannendes Erlebnis, einmal zu sehen, wie eine Tageszeitung entsteht.
Vanessa Henn, Klasse 11H3
Leistungskurse der Jahrgangsstufe 12 bei OPEL
Die Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse Seiferth und Waldschmidt besuchten am 18. November 2010 die Firma OPEL in Rüsselsheim. Im Rahmen des Kursthemas ‚Produktion’ konnten sich die Teilnehmer während der Werkstour live über die Produktionsbedingungen im Presswerk, der Karosseriefertigung mit Robotern und der Endmontage am Fließband informieren. Diese Betriebsbesichtigung ergänzt die in den Leistungskursen erarbeiteten Lerninhalte über die unterschiedlichen Produktionsverfahren in Industriebetrieben und soll das theoretische Wissen mit entsprechendem Praxisbezug untermauern.
Das Foto zeigt die Schülerinnen und Schüler der beiden Leistungskurse mit ihren Kursleitern Herrn Seiferth und Herrn Waldschmidt sowie dem Kursleiter des Leistungskurses Englisch, Herrn Loos.
Betriebsbesichtigung beim HR in Frankfurt
Zum Ende des Schuljahres unternahm die Klasse 12G2 mit ihrer Klassenleiterin Frau Rustige eine Studienfahrt zum HR in Frankfurt. Nach einer kurzen medial gestützten Einführung wurden die Schülerinnen und Schüler durch die Sendeanstalt geführt. Sie durften bei einer Sendung von YOU FM dabei sein, unterschiedliche Studios des HR bewundern und sie wurden in viele technische Details eingeführt.
Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald
„Buchenwald war und ist ein schrecklicher Ort“
Es kommt selten vor, dass Berufsschulklassen als Ziel ihrer Jahresabschlussfahrt den Besuch einer Gedenkstätte wählen, noch dazu, wenn sie auf einen Abgrund deutscher Geschichte blicken lässt. Die drei Klassen des 2. Ausbildungsjahres im Berufsfeld Lagerlogistik taten dies, indem sie sich für den Besuch der Gedenkstätte Buchenwald entschieden, nachdem das Thema im Unterricht angesprochen worden war. Zusammen mit dem Klassenlehrer Gunter Ackermann und der Deutschlehrerin Edeltraud Alavi fuhren 46 Berufsschüler letzte Woche zu der Gedenkstätte auf dem Ettersberg bei Weimar. In dem ehemaligen Konzentrationslager, das von 1937 bis 1945 unter der NS-Herrschaft existierte, fanden während dieses Zeitraumes mindestens 51.000 Menschen den Tod. Hierzu gehörten neben Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, später sowjetischen Kriegsgefangenen auch zahlreiche politische Gefangene, die als Gegner des NS-Regimes galten. Auch Ernst Thälmann, der Reichstagsabgeordnete und Vorsitzende der KPD wurde im August 1944 dort durch die SS ermordet. Ab August 1945 bis Januar 1950 wurde das Lager von der sowjetischen Besatzungsmacht als Internierungslager benutzt, in dem wieder zahlreiche Menschen ihren Tod fanden.
Im Folgenden schildern einige Schüler ihre Eindrücke von dem Besuch in der Gedenkstätte:
-„Es war ein bedrückendes Gefühl, an einen Ort zu fahren, wo sinnlos über 51.000 Menschen „gestorben“ sind. Es macht einen betroffen zu sehen, auf welche Art und Weise Menschen umgebracht wurden, nur weil sie eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben oder eine andere politische Einstellung hatten. Das ist menschenverachtend und brutal, wozu Menschen gebracht werden können, wenn man ihnen etwas von Stolz und Rasse erzählt.“ (Max B.)
-„Die Fahrt zu dem Konzentrationslager Buchenwald war sehr interessant, aber auch bedrückend. Ich finde es vor allem sehr wichtig, dass solche Ort nicht in Vergessenheit geraten, sondern Plätze des Gedenkens bleiben. Erst durch die dort installierte Ausstellung konnte ich mir ein kleines Bild von den Gräueltaten und dem „Leben“ im KZ Buchenwald machen.“ (Maksim B.)
-„Das ehemalige KZ Buchenwald ist von außen gesehen nur eine große karge Fläche und erscheint wenig interessant. Sobald man jedoch durch das Lagertor mit den eisernen Buchstaben „Jedem das Seine“ tritt, wird man plötzlich von einer tiefen Traurigkeit ergriffen. Denn erst hinter dem Tor bemerkt man die Felder mit den schwarzen Steinen, die die ehemaligen Häftlingsbaracken aufzeigen, sowie die Sinti und Roma Gedenkstätte und die Überreste der Seuchenstation „Kleines Lager“.
Wenn man dann die Gebäude mit der Genickschussanlage und dem daneben liegenden Krematorium sieht und erfährt, mit welcher Präzision und Menschenverachtung Menschen dort umgebracht wurden, fühlt man nur noch eine tiefe Wut auf all jene, die dieses Lager betrieben haben und es bis heute leugnen.“ (Tobias G.)
-„Ich hätte nie gedacht, was für einen bleibenden Eindruck der Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald bei mir hinterlassen würde. Aber nachdem man die Tore zum ehemaligen Lager durchschritten hat, kann sich wahrscheinlich niemand von einem unbestimmten und unbeschreiblichen Gefühl des Grauens frei machen.“ (Eugen P.)
-„Buchenwald war und ist ein schrecklicher Ort. Es ist ein bedrückendes Gefühl, wenn man sich vorstellt, was Menschen alles tun, um Macht zu erlangen. Ich fand den Besuch dort einerseits sehr interessant, aber andererseits auch sehr bedrückend.“ (Dimitri Sch.)
-„Wenn man sich das frühere KZ anschaut und über das Gelände geht, kann bzw. will man nicht glauben, was sich dort einmal abgespielt hat. Dennoch war es auch interessant, dem früheren, aber auch grauenvollen Schicksal der Menschen nachzugehen, da man viele Dinge aus der damaligen Zeit erfahren hat. Man kann wirklich nicht glauben, wozu manche Menschen fähig waren. Die Wachleute hatten einerseits eine Familie und Kinder zu Hause und brachten andererseits einfach ohne Recht Menschen - darunter auch viele Kinder - um.“ (Anja D.)
-„Die Geschehnisse im KZ Buchenwald und auch der damit verbundene „Rest“, d.h. alles das, was in der Zeit der Hitler-Diktatur in Deutschland passiert ist, haben unser Land und unsere jüngere Geschichte stark geprägt. Es ist eine Schande, dass so etwas geschehen konnte. Wir wissen, dass wir das nie wiedergutmachen können, aber wir müssen versuchen, einfach nach vorne zu schauen und verhindern, dass nicht noch einmal so etwas passiert.“ (Tim G.)
Fachkräfte für Lagerlogistik bei hessnatur
Jüngst haben uns die angehenden Fachkräfte für Lagerlogistik (3. Lehrjahr) mit ihren Ausbildern Martin Hollik und Dieter Katz von der Gießener Friedrich-Feld-Schule besucht. Unser Programm startete mit einer kurzen Einführung über unser Unternehmen und einer kurzen Frühstückspause. Bis dahin eigentlich nichts besonderes, denn wir haben öfters Gruppen im Hause, die sich für hessnatur interessieren.
Ich hatte ganz bewusst genügend Zeit eingeplant für Fragen und Diskussion. Meine Erfahrung bisher war, dass dieses Angebot von Schülern und Auszubildenden eher nur in geringem Maße angenommen wird. Das war hier komplett anders. Es entwickelte sich eine hochinteressante Diskussion über die Unterstützung der Auszubildenden in den Betrieben. Die Logistiker berichteten, wie mit dem „innerbetrieblicher Unterricht“ in den verschiedenen Unternehmen umgegangen wird. Von „findet gar nicht statt“ bis „sehr gut“ waren alle Kategorien vertreten.
Was sich auch in der Diskussion zeigte: Die Qualität der Ausbildung ist nicht von der Größe der Unternehmen abhängig. Und: Auszubildende, die in den Betrieben unterstützt und gefördert werden, schneiden besser bei den Prüfungen ab. Dies sollte eigentlich Grund genug sein, um sich um dieses Thema intensiv zu kümmern. Bei hessnatur sind wir bei diesem Punkt gut aufgestellt, wie sich in der Diskussion gezeigt hat.
Was mich sehr betroffen hat, ist die Tatsache, dass erst ein kleiner Teil eine Zusage für die Übernahme nach der Ausbildung hat. Martin Hollik berichtete, dass dies im vergangenen Jahr noch ganz anders ausgesehen hat - da hatten nur wenige Auszubildende keine Zusage.
Ich hoffe, dass der Vormittag bei hessnatur eine kleine Ablenkung vom Alltag war. Und dass die eine oder andere Information hilfreich für die weitere berufliche Entwicklung ist. Ein Dankeschön geht an den Kollegen Siggi König, der die Führung durch unsere Logistik geleitet hat.
Den Auszubildenden wünsche ich alles Gute für den weiteren Verlauf der Abschlussprüfung und natürlich viel Erfolg bei den nächsten Schritten als Fachkraft für Lagerlogistik.
Jörg Niemann












