Gießener Anzeiger vom 18.02.2012



Gießener Anzeiger vom 08.12.2011

Atmosphäre "wie bei Staatsempfang"
Leiterin der Friedrich-Feld-Schule besucht Gießener Partnerstadt Wenzhou - Vereinbarung unterzeichnet

GIESSEN /WENZHOU (fod). Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, lautet ein altes Sprichwort. Und wenn diese Reise dann auch noch nach China führt, ins unendlich weite, exotische Reich der Mitte, dann sind die Eindrücke noch mal so überwältigend. Annette Greilich war die Begeisterung über all das Gesehene und Erlebte deutlich anzumerken, als sie jetzt von kürzlichen Aufenthalten einer Delegation heimischer Schulleiter in Gießens Partnerstadt Wenzhou, Peking und Shanghai, an der Chinesischen Mauer und an anderen Orten berichtete. Etwa 2500 Digitalfotos hätte alleine sie gemacht, erzählte die Leiterin der Friedrich-Feld-Schule.

Annette Greilich nahm ihre Zuhörer mit zu allen Stationen der Reise, sei es nun die "nachts hell erleuchtete" Skyline der Millionenmetropole Shanghai mit "Hochhäusern ohne Ende", die "gewaltige und beeindruckende" Verbotene Stadt in Peking oder die immer größer werdende Partnerstadt Wenzhou, "die in den letzten vier Jahren um 1,5 Millionen Menschen gewachsen ist und inzwischen neun Millionen Einwohner zählt". Dank des mit 430 Stundenkilometern durch die Landschaft brausenden Transrapid waren die enormen Entfernungen schnell überbrückt.

Auf eines konnte man sich jedoch nicht vorbereiten: "Das Essen war gelegentlich etwas ein Abenteuer", meinte Greilich, und das weniger wegen der Stäbchen, deren Handhabung "schnell erlernt" war. Noch lebhaft in Erinnerung ist ihr der Besuch an der Wenzhou No. 2 Vocational Secondary Specialised School, mit der sie für die Friedrich-Feld-Schule eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet hat. "Die Atmosphäre dort war fast wie bei einem Staatsempfang", schilderte Annette Greilich. Die Schulleiterin verschwieg aber auch nicht die negativen Seiten: So zeige sich in Städten eine "riesige Energieverschwendung" und sei der Himmel tagsüber durch Smog getrübt. Immer mehr Menschen würden vom Land in die Städte ziehen, was ständig Neubauten erfordere. Beklemmend für die Gäste war zudem der Besuch auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, der jeden Tag um 18 Uhr geräumt und von vielen Kameras überwacht werde.


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