Gießener Anzeiger vom 28.09.2011
87 Teilnehmer beim 127. Stenografentag - Schlusspunkt des Jubiläumsjahres
GIESSEN (kg). Anfeuernde Fans gibt es bei diesem Sport nicht, der leise und ohne Zuschauer hinter verschlossenen Türen stattfindet. Die Rede ist vom Stenografieren. Die Teilnehmer an den Wettbewerben wie am 127. Stenografentag, der an zwei Tagen in der Friedrich-Feld-Schule stattfand, benötigen zur Ausübung ihres Sports, der auf seine Art schnell ist, lediglich Stifte und Papier.
Doch nicht nur das Mitschreiben nach Ansage durch eine Person, die Texte laut und deutlich vorliest, auch die Übertragung vom Stenoblock mittels Tastschreiben auf Papier, die Textverarbeitung, Korrespondenz und Protokollierung zählte zu diesem Wettbewerb. Ausrichter des Stenografentags war der Stenografenverein Gießen. Angereist waren Teilnehmerinnen und Teilnehmer als "Gastschreiber", aus Berlin, Stuttgart, Pforzheim und Einbeck. Ihnen machte es einfach Freude, dabei zu sein, denn in der offiziellen Wertung waren sie nicht vertreten. 87 Männer und Frauen, die überwiegend das Schreiben als ihr Hobby ausüben, nahmen am Stenografentag teil. Für die Gießener Schriftfreundinnen und Schriftfreunde, wie man sich im Verein anspricht, war diese Veranstaltung der Schlusspunkt ihres Jubiläumsjahres zum 150. Bestehen. Bei den Hessischen Einzelmeisterschaften in Kurzschrift, Tastaturschreiben, Textbearbeitung, professioneller Textverarbeitung sowie Korrespondenz und Protokollierung erzielten die Schreiberinnen und Schreiben des Ausrichters zwar keine vorderen Plätze, aber gute Ergebnisse. Die Hüttenbergerin Astrid Faber konnte sich jeweils in den Top Ten platzieren. Sie erreichte in Kurzschrift 280 Silben, gewann damit die Praktikerklasse 2 und belegte insgesamt den 6. Platz. Im Tastaturschreiben wurde sie mit 437 Minutenanschlägen achte und in der Textbearbeitung mit 109 Korrekturen Neunte. Mit diesen Einzelleistungen errang sie in der Kombinationswertung den fünften Rang. In Kurzschriftwettbewerben erzielten Helga Balser mit 240 Silben, Manfred Weil mit 220 Silben und Rosel Gerlach mit 160 Silben gute Ergebnisse. Im Tastaturschreiben waren Elfriede Sames mit 315 Anschlägen in der Minute und Sybille Hutterer mit 249 Anschlägen in der Minute erfolgreich. Beide erhielten in der Textbearbeitung für fehlerfreie Arbeiten jeweils einen Ehrenpreis. In der Jugendklasse belegte Jonas Reuter mit 346 Anschlägen in der Minute hinter den Deutschen Meistern aus Neukirchen und Obertshausen einen hervorragenden 5. Platz. Sophie Straka erhielt für ihre sehr guten Arbeiten einen Ehrenpreis. In der Schülerklasse platzierte sich Franziska Körber mit 176 Anschlägen in der Minute im Mittelfeld. Die Siegerehrung fand in der Aula der Friedrich-Feld-Schule (FES) statt. Stadträtin Monika Graulich übermittelte das Grußwort für die Stadt Gießen und bezeichnete das Hobby der Schreiberinnen und Schreiben als "leisen aber dennoch fordernden Sport". Die Schulleiterin der Friedrich-Feld-Schule, Annette Greilich, sicherte dem Stenografenverein weiterhin die Unterstützung der Schule zu.







